Marketing Facts Kompakt

Studiendatenbank · Laborexperiment

Voreinstellungen entscheiden über Organspende-ZustimmungDo Defaults Save Lives?

Johnson, Goldstein · Science (302/5649) · 2003

Ob Menschen als Organspender gelten, hängt stark von der Voreinstellung ab: Bei Widerspruchslösung stimmen fast doppelt so viele zu wie bei Zustimmungslösung. Ländervergleiche in Europa zeigen dasselbe Muster bei den registrierten Einwilligungen.

7,2MFK-Score von 10 · Ergebnis: bestätigt
Studiendesign4
Datenbasis5
Unabhängigkeit10
Replikation10
Übertragbarkeit8

Kleines Experiment plus Ländervergleich, aber Default-Effekte sind in zahlreichen Feldstudien und Meta-Analysen robust bestätigt. Die verbreitete Aussage hält der Prüfung stand. Wie der Score entsteht →

Die Zahlen

82 % vs. 42 %Zustimmung im Online-Experiment bei Opt-out- bzw. Opt-in-Voreinstellung
79 %Zustimmung bei erzwungener Wahl ohne Voreinstellung
161Befragte im Online-Experiment
Methode
Online-Experiment mit zufällig zugeteilter Voreinstellung sowie Vergleich der Einwilligungs- und Spenderaten europäischer Länder mit Widerspruchs- oder Zustimmungslösung.
Datenbasis
161 Befragte im Online-Experiment; Einwilligungs- und Spenderaten europäischer Länder.
Einschränkungen und häufige Fehlzitate
Hohe 'Zustimmung' bei Widerspruchslösung heißt nicht, dass entsprechend mehr Organe gespendet werden – Angehörige werden oft dennoch gefragt, der Effekt auf tatsächliche Spenden ist deutlich kleiner. Für Marketing: Defaults wirken stark, sind aber rechtlich (z. B. vorangekreuzte Einwilligungen) begrenzt.
Interessenlage
keine bekannt
Quelle
https://doi.org/10.1126/science.1091721 (kostenpflichtig)

Zitieren

Marketing Facts Kompakt (Hrsg.): „Voreinstellungen entscheiden über Organspende-Zustimmung“. MFK-Studiendatenbank, Stand 2026-11-06. https://marketing-facts.de/studien/johnson-goldstein-do-defaults-save-lives-2003/

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