Studiendatenbank · Feldexperiment
Marmeladen-Studie: Wenn zu viel Auswahl demotiviertWhen choice is demotivating: Can one desire too much of a good thing?
Am Probierstand mit 6 Marmeladensorten kauften die Stehenbleiber deutlich häufiger als am Stand mit 24 Sorten. Am großen Stand blieben aber mehr Menschen stehen, und Meta-Analysen finden im Mittel keinen allgemeinen Choice-Overload-Effekt.
6,5MFK-Score von 10 · Ergebnis: widerlegt
Die Zahlen
| 30 % vs. 3 % | Kaufquote der Stehenbleiber am 6er- vs. am 24er-Stand |
| 31 vs. 4 | Käufe in absoluten Zahlen |
| 40 % vs. 60 % | Anteil Vorbeigehender, die am 6er- bzw. 24er-Stand stehen blieben (104 von 260 vs. 145 von 242) |
| 60 % vs. 40 % | Anteil der Passanten, die am Stand mit 24 bzw. 6 Sorten stehen blieben |
| 3 % vs. ca. 30 % | Kaufquote der Probierenden am Stand mit 24 bzw. 6 Sorten |
- Methode
- Feldexperiment im Feinkostmarkt Draeger’s (Menlo Park) mit stündlich wechselnder Standgröße; keine Randomisierung einzelner Personen.
- Datenbasis
- Zwei Samstage mit je 5 Stunden, rund 500 Vorbeigehende.
- Einschränkungen und häufige Fehlzitate
- Die berühmten „30 % vs. 3 %“ beziehen sich nur auf Stehenbleiber; absolut nur 35 Käufe. Meta-Analysen (Scheibehenne 2010, Chernev 2015) zeigen keinen allgemeinen Effekt; Aussagen wie „zu viel Auswahl halbiert den Umsatz“ sind nicht belegt.
- Interessenlage
- keine bekannt
- Quelle
- https://doi.org/10.1037/0022-3514.79.6.995 (teilweise frei zugänglich)
Im Podcast
- Folge 21 (erscheint demnächst)
Zitieren
widerlegtHandel & CommercePreis & Promotion